Die Geschichte des CVJM und der Pfingsttagung

 

In Bobengrün war im Jahr 1848 der zehnjährige Carl Sommermann so unglücklich von einem Kirschbaum gefallen, dass er beide Hände mehrmals gebrochen hatte. Die Hände blieben ein Leben lang verkrüppelt. Er kam in große innere Not, so dass er anfing zu beten und in der Bibel zu lesen. Dadurch fand er zum Glauben an Jesus Christus. In seinem Wald im Froschbachtal lag ein großer Stein. Dorthin ging er regelmäßig und betete um eine Erweckung in seinem Dorf. Nach 23 Jahren hat Gott sein Gebet erhört:
Es bildete sich ein Jugendkreis, der am 17. April 1924 den CVJM Bobengrün gründete. Ziel des CVJM´s ist es, Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus weiterzusagen.

Carl Sommermann und sein Enkel Hans Hägel

 


Im Haus der Bäckerei Hans Hägel, gab es ein großes Zimmer, die Vereinsstube genannt. Hier wurden nach dem 1. Weltkrieg die Bibelfreizeiten und Versammlungen abgehalten. Viele aus Bobengrün kamen zum Glauben an Jesus Christus.

Als Hitler an der Macht war, wurden die Versammlungen in der Vereinsstube verboten. Da kam dem Hägels Hans die Idee, in seinem Wald ein Blockhaus zu bauen. In der Backstube machte er seine Pläne. Zwei französische Kriegsgefangene, einer war ihm als Bäcker zugeteilt, halfen ihm beim Bau. Dann versammelten sich dort heimlich jeden Samstag abend eine ganze Schar Jungen. Der Hägels Hans hat aus der Bibel erzählt, es wurde gesungen, gebetet und daneben wurden auf einem eisernen Kanonenofen Bratkartoffeln gebraten.
Nach dem Krieg wurde das Häuschen dann schnell zu klein, so dass 1946 unter schwierigen Umständen ein neues größeres Haus gebaut wurde.


Dieses kleine Blockhaus, in dem sich während des Krieges, Hans Hägel mit einer Schar Jungen zum Bibellesen traf und um das sich heute Tausende an Pfingsten versammeln, ist zum Symbol für die Pfingsttagung geworden.

 


Die Pfingsttagung begann eigentlich nicht in Bobengrün.....
sondern in Haueisen; das waren einige kleine Häuser in der Nähe von Naila. In einem kleinen Weberhaus wohnte die Rosine Klotz mit ihrem kranken Sohn Martin. Unheilbar gelähmt, lag er siebzehneinhalb Jahre lang mit einem Rückenmarkleiden in seinem Bett neben dem Webstuhl in der Stube.
Und dann kommt in dieses Haus in Haueisen der große Gottesmann Johannes Seitz. Ein Beter war er, ein Mann des Glaubens, ein Evangelist.

Die Rosine Klotz und ihr Sohn Martin erleben die Begegnung mit Gott, die Vergebung und die große Freude.
An den Sonntagen besuchten abwechselnd junge Männer vom CVJM Naila, Münchberg und Bayreuth den kranken Martin. Sie lasen zusammen in der Bibel, beteten und sangen Lieder. An Pfingsten 1914 lud der Martin alle seine Freunde zusammen ein: acht von Naila, zwei aus Hof und achtzehn aus Bayreuth. Das war die erste Pfingsttagung.
Jedes Jahr kamen mehr Menschen zu dem Pfingsttreffen. 1923 sind es schon 225, die sich auf der Wiese vor dem Haus versammelt haben.

Das Pfingsttreffen wurde dann von den Nazis verboten...

 

...aber 1945 geht es in Bobengrün weiter!


Zur 1. Pfingsttagung in Bobengrün kamen etwa 400 Teilnehmer. Im Wald gleich neben dem kleinen Blockhaus ist genügend Platz für alle. Der Berghang mit den Felsen bietet eine einzigartige Naturarena. Das Podium steht am Fuße des Hanges. Heute sind es etwa zehntausend Besucher, die zur Tagung kommen. Manches hat sich im Laufe der Zeit geändert, geblieben ist die klare Jesus-Botschaft: Du bist eingeladen, Jesus nachzufolgen.

Mit welchem Wort soll man diese Erinnerungen abschließen?
Hans Hägel schrieb: "Wir müssen sagen, dass es die Gebete unserer Vorfahren waren, die das Wirken Gottes zu uns brachten".